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    Donnerstag, 11.09.2017

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Weihnachtsmarkt wird in drei Schritten wesentlich teurer





Der Finanz- und der Wirtschaftsausschuss des Weimarer Stadtrates empfehlen höhere Entgelte ab 2018, da die Gebühren deutlich unter denen in Erfurt oder Jena lägen. Für manchen Händler verzehnfachen sich die Kosten.

Weimar. Die Weimarer Weihnacht wird in drei Schritten teurer. Das gilt als wahrscheinlich, nachdem der Finanz- und der Wirtschaftsausschuss des Stadtrates nach ihrer gemeinsamen Sitzung die Einführung einer privatrechtlichen Entgeltordnung für den Weihnachtsmarkt ab 2018 befürwortet haben. Die Empfehlungen erfolgten nicht einstimmig, aber mehrheitlich.

Ihre Begründung hat die Verwaltung nicht geändert: Die Marktgebühren auf Weimars Weihnachtsmarkt lägen deutlich unter jenen von Erfurt und Jena. Nach einer Beurteilung aus dem Rechnungsprüfungsamt sei der Markt sogar defizitär. Da er jedoch als gewerblicher Betrieb geführt werde, fordere das Thüringer Kommunalabgabengesetz Kostendeckung und Erträge für den Haushalt.

Die Verwaltung hatte daraufhin einen Vorschlag erarbeitet, der im Juni noch im Wirtschaftsausschuss durchfiel. Er sollte überarbeitet werden, nachdem in einer Anhörung langjährige einheimische Markthändler und der Fremdenverkehrsverein auf Probleme hingewiesen hatten: Der Vorschlag der Verwaltung führe für manche Marktteilnehmer zu einer Verzehnfachung der Kosten. Manche Sortimente mache er sogar völlig unattraktiv für die Händler und er werde die Verbraucherpreise stark ansteigen lassen.

 

Stadt macht Defizit von 100.000 Euro mit Weihnachtsmarkt

Diesen Bedenken kommt die neue Empfehlung nur ein Jahr lang entgegen. „Als Finanzausschuss haben wir uns mehrheitlich für die Kostendeckung entschieden“, sagte der Ausschussvorsitzende Andreas Leps (Grüne). Laut Verwaltung müsse ein Defizit von rund 100 000 Euro ausgeglichen werden. Das soll nun in zwei Schritten erreicht werden: 2018 würden bei gleicher Marktstruktur wie 2016 knapp 55 000 Euro erreicht. 2019 eine Zwischenstufe und 2020 dann die volle Höhe der von der Verwaltung eigentlich sofort geplanten Mehreinnahmen und neuen Entgelte. Im Jahr 2021 wäre dann eine Überprüfung vorgesehen, wie sich die Änderungen tatsächlich ausgewirkt haben.

Auch der Wirtschaftsausschuss votierte mehrheitlich für die Erhöhung der Entgelte in drei Schritten. Sein Vorsitzender, Prof. Wolfgang Hölzer (Weimarwerk), zweifelt die Errechnung des Finanzbedarfs aber weiter an: „Es gibt keine nachvollziehbare Kalkulation“, sagte er und kündigte einen Änderungsantrag von CDU und Weimarwerk im Stadtrat an.

Nach dem Drei-Stufen-Beschluss würden im nächsten Jahr für einen Stand mit Mandeln, Nüssen, Lebkuchen und anderen Süßwaren statt 620 Euro dann 1480 Euro fällig. Selbst ein nostalgisches Kinderkarussell müsste 600 Euro bezahlen, erzgebirgische Holzkunst im ersten Schritt 200 Euro mehr, Socken und Strümpfe über 300 Euro. Am härtesten würde es Stände mit alkoholischen Getränken treffen. Von einem Stand wie der Pyramide auf dem Markt würde die Stadt 8000 Euro mehr verlangen. Entlastet würde zum Beispiel ein kleiner Modeschmuckstand um 125 Euro oder Glaswaren und Fensterdeko um 200 Euro.

Der Stadtrat wird am 20. September endgültig entscheiden.

 

Quelle: radio66

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