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    Donnerstag, 16.07.2017

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Doch keine Zusatzzüge Jena–Leipzig





Nach dem Wegfall der ICE-Züge durchs Saaletal ab Dezember 2017 kommt eine von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee versprochene Ersatz­lösung nicht zustande.

Jena. Ein nach Leipzig verlängerter Franken-Thüringen-Express sollte ab Dezember den Anschluss der Wirtschafts­zentren Jena und Saalfeld an Leipzig sicherstellen. Doch diese Lösung kommt laut Infrastrukturministerium nicht.

Im Dezember 2017 wird die Neubaustrecke durch den Thüringer Wald eröffnet. Intercity-Expresse (ICE) von Berlin nach München halten dann in Erfurt und nicht mehr in Jena und Saalfeld. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte deshalb mit Finanzministerin Heike Taubert (SPD) ausgehandelt, dass das Land für die kommenden fünf Jahre jeweils fünf Millionen Euro für zusätzliche Züge auf der Saalbahn gibt.

Doch nun heißt es aus dem Infrastrukturministerium: „Das Finanzministerium hat es abgelehnt, zusätzliche Landesmittel für die Finanzierung weiterer Zugleistungen zwischen Jena und Leipzig bereitzustellen.“

 

Gescheitert sei eine Verlängerung des Franken-Thüringen-Expresses, der weiter nur von Nürnberg bis Jena fährt, an Trassenkonflikten wegen Bauarbeiten im Schienennetz, teilt ein Sprecher mit. Weder der neue Regional­express von Jena nach Halle, noch der Express von Jena nach Leipzig hätten kurze Umsteigezeiten nach Berlin sichergestellt. Das bezweifelt das Jenaer Bahnbündnis, das die Stadt, die Unternehmen und die Hochschulen vereint, und hat sich nach OTZ-Informationen an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) gewandt. Ein Fahrplantechnologe habe ausgerechnet, dass es mit der Lösung sehr wohl gute Umsteigeverbindungen nach Berlin gebe. Unverständnis äußert das Bündnis darüber, dass nicht wenigstens in der Zeit ohne die Baustelle der Franken-Thüringen-Express bis Leipzig fährt.

Hinter den Kulissen tobt ein Streit zwischen den Ministerien. „Eine gute Verkehrsanbindung ist für Thüringens wichtigsten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Jena schlicht eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit“, hatte Tiefensee gesagt. Seine Sprecherin gibt sich auf Anfrage über den aktuellen Stand zurückhaltend. Der Minister sei mit dem Infrastrukturministerium und dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Mitteldeutschland im Gespräch, um die Härten für das Saaletal schon vor 2023 zu mildern – auch im Verbund mit Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Darauf verweist auch das In­frastrukturministerium, das für den Fahrplan für 2019 neue Lösungen sucht. „Im Herbst 2017 werden die Entscheidungen für die ausgehandelten Fahrplanmodelle vorbereitet“, heißt es aus dem Erfurter Ministerium. Die Idee ist, die von Jena nach Leipzig fahrenden Abellio-Züge zu beschleunigen, indem sie im Leipziger Umland alle Halte auslassen und stattdessen eine S-Bahn verkehrt.

 

Quelle: jena.otz.de

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